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Markus Iten, IBM Schweiz

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Markus Iten, IBM Schweiz

  • Wo alte Berufe und Aufgaben überflüssig werden, weil Maschinen sie effizienter erfüllen können, entstehen neue, anspruchsvolle Herausforderungen
  • Markus Iten hat das früh verstanden und sein Schicksal immer wieder in die eigene Hand genommen

Die Welt ist flach

Inspiration kann in vielen Formen stattfinden und eine zuverlässige Quelle ist die Literatur oder, allgemeiner: das geschriebene Wort. Markus Iten, der als Projektmanager und IT Berater für IBM Schweiz arbeitet, verweist auf die Lektüre des 2005 erschienenen Buches „The World Is Flat: A Brief History of the Twenty-first Century“ des Amerikaners Thomas L. Friedman, das die Globalisierung im 21. Jahrhundert verhandelt, als einen solchen Moment der Inspiration. Im Buch definiert Friedman zehn sogenannte „flatteners“, die das neue globale und zunehmend digitalisierte Spielfeld abstecken und, wie sollte es anders sein, ein beträchtlicher Teil dieser Elemente ist fest im technologischen Fortschritt verankert. Sei es Netscape, der erste kommerzielle Internetbrowser der 1990er Jahre, die Möglichkeit des „Uploadings“ als neue Form des kollaborativen Arbeitens über physische Grenzen hinweg, oder das „Informing“, das die demokratisierte Informationsbeschaffung durch Suchdienste wie Google beschreibt.

Geplante Obsoleszenz

Markus Iten, der gelernter Applikationsentwickler ist und anschliessend berufsbegleitend noch ein Bachelorstudium in Wirtschaftsinformatik und ein Masterstudium in International Management absolviert hat, sagt, er habe schon qua Beruf „früh verstanden, was die digitale Transformation ist.“ Er hat sie sogar so gut verstanden, dass er bisweilen Aufgaben seines eigenen Berufes automatisierte und sich so gewissermassen obsolet machte. Doch, und auch das ist ein entscheidender Aspekt der digitalen Transformation, der sich an diesem Einzelbeispiel hervorragend ablesen lässt, bedeutete dies nie das Ende seiner Karriere, sondern das Erreichen eines neuen Levels. Denn wo alte Berufe und Aufgaben überflüssig werden, weil Maschinen sie effizienter erfüllen können, entstehen neue, anspruchsvolle Herausforderungen, die, mit dem nötigen Willen zur Weiterbildung, eine persönliche Weiterentwicklung bedeuten können. Und dass ebenfalls der Arbeitgeber an diesen Prozessen ein Interesse hat, zeigt das Beispiel von Markus Iten auch. Denn jeder Mitarbeiter bei IBM muss „40 Stunden pro Jahr in Weiterbildungen investieren.“ Nicht, um sich irgendwann selber obsolet zu machen, sondern um die digitale Transformation mitzugestalten und sich und, in letzter Konsequenz, auch das Unternehmen weiterzuentwickeln. Dass flexible Arbeitszeiten und Arbeitsorte in diesem Kontext gegeben sind, müsste da fast schon selbstverständlich sein, ist aber keineswegs der Standard.

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Des eigenen Glückes Schmied

Auf die Frage, was Markus Iten anderen empfehlen würde, um sich weiterzubilden und neue Fähigkeiten anzueignen antwortet er mit einem Zitat vom eingangs erwähnten Autor Thomas L. Friedman, das die proaktive Haltung und die persönlichen Lernbiographie des 32-jährigen hervorragend beschreibt: „Whatever can be done, will be done. The question is, will it be done by you or to you?“ Der Fortschritt lässt sich nicht aufhalten und die Frage, die am Ende bleibt, ist, ob man ihn mitgestalten oder über sich ergehen lassen will. Markus Iten hat sich für ersteres entschieden und sein Schicksal (immer wieder aufs Neue) selbst in die Hand genommen.

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